Lebenserwartung: Länger und besser leben

Ein mäßig gesunder Lebensstil kann ausreichen, um seine Lebenszeit um bis zu 12 Jahre zu verlängern. Zu dieser Erkenntnis gelangten Forscher aus Deutschland und den USA.

Wer auf gesunde Lebensweise achtet, darf sich auf zusätzliche Lebensjahre freuen. Diese allgemeine Annahme wird jetzt von Forschern aus Deutschland und USA bestätigt. Der Unterschied kann bis zu 12 Lebensjahre betragen.

Für die Studie werteten Forscher des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung und der Universität Michigan in Ann Arbor, USA, die Daten von mehr als 14.000 US-Bürgern aus. Sie stellten fest, dass Menschen, die nie geraucht haben und nie übergewichtig gewesen sind, vier bis fünf Jahre länger leben als der Durchschnitt der Bevölkerung. Diese zusätzlichen Lebensjahre erleben sie zudem ohne körperliche Beeinträchtigungen.

Die Ergebnisse der Analyse zeigten weiter, dass Personen mit einem moderaten Alkoholkonsum im Schnitt sieben Jahre älter werden als der Durchschnitt der Bevölkerung. Die Lebenserwartung dieser Menschen übertrifft sogar die durchschnittliche Lebenserwartung in Japan, einem Land, das als Vorreiter in Sachen Langlebigkeit gilt.

Ein mäßig gesunder Lebensstil reicht aus

„Verbesserungen in der Medizin werden oft als der Schlüssel für gesünderes und längeres Leben gesehen. Unsere Studie zeigt, dass ein gesunder Lebensstil, der nichts kostet, ausreichen kann, um sich eines sehr langen und gesunden Lebens erfreuen zu können“, sagte Myrskylä, Direktor am Max-Planck-Institut für demografische Forschung. „Ein mäßig gesunder Lebensstil reicht aus, um in diesen Genuss zu kommen. Zu vermeiden zu dick zu werden, nicht zu rauchen und Alkohol nur mäßig zu konsumieren, ist kein unrealistisches Ziel.“

Diese Studie ist die erste, in der die Auswirkungen von mehreren Verhaltensweisen analysiert wurden, die auf die Lebenserwartung und auf ein Leben ohne körperliche Einschränkungen Einfluss haben. Bisherige Studien hatten jeweils nur einzelne gesundheitsrelevante Faktoren untersucht. Myrskylä und sein Kollege hingegen betrachteten mehrere Verhaltensweisen gleichzeitig. So konnten sie genau feststellen, wie lange und in welchem Gesundheitszustand Menschen leben, die die meisten der bekannten Risikofaktoren in ihrem Leben vermieden haben.

Mehrere Verhaltensweisen verstärken sich

Am auffälligsten war der Unterschied in der durchschnittlichen Lebenserwartung zwischen der risikoreichsten und der risikoärmsten Gruppe. Männer, die nie übergewichtig waren, nie geraucht haben und mäßig trinken, leben durchschnittlich 11 Jahre länger, als Männer, die diese ungesunden Verhaltensweisen an den Tag legen. Für Frauen ist der Unterschied zwischen den beiden Gruppen mit 12 Jahren noch größer.

Die Forscher stellten fest, dass jede der drei untersuchten ungesunden Verhaltensweisen – Übergewicht, Rauchen und nicht-moderater Konsum von Alkohol – mit einer Verringerung der Lebenserwartung und einem früheren Auftreten von körperlichen Beeinträchtigungen verbunden war. Aber es gab auch Unterschiede.

Bezüglich des Rauchens stellten die Forscher beispielsweise fest, dass damit zwar ein früherer Tod einhergeht, jedoch nicht die Zahl der Jahre anstieg, in denen die Betroffenen körperlich beeinträchtig waren. Dies verhält sich beim Übergewicht anders: Wer übergewichtig ist, muss damit rechnen, längere Zeit seines Lebens körperlich eingeschränkt zu sein. Ein hoher Alkoholkonsum ist ebenfalls mit einer reduzierten Anzahl an gesunden Jahren verbunden.

Rauchen und Übergewicht beeinträchtigen Gesundheit im Alter

„Das positivste Ergebnis ist, dass die Jahre, die wir durch eine gesunde Lebensweise dazu gewinnen, Lebenszeit ist, in der wir gesund sind“, sagt Mikko Myrskylä. „Unsere Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, sich auf Prävention zu konzentrieren“, betont der Forscher. „Diejenigen, die diese gesundheitsgefährdenden Verhaltensweisen meiden, können ein sehr langes und gesundes Leben haben. Effektive gesundheitspolitische Maßnahmen könnten größeren Teilen der Bevölkerung dabei helfen.“ (max-planck-institut/betriebundarzt)

 

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