Depression: Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag

Gemeinsam mit AOK Bayern und weiteren Partnern führt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe ein Filmprojekt über das Leben von Menschen mit Depression an. Der Film wird in 30 Städten bundesweit zu sehen sein. (Foto: Engin_Akyurt)

Wenn man selbst nicht unter Depressionen leidet, kann man sich kaum in die Lage des Betroffenen hineinversetzen. Ein spannendes Filmprojekt will einen Beitrag zum Verständnis für die Krankheit und der Betroffenen leisten. Doch es wird nicht nur beim Film bleiben.

Am 4. Oktober ist die deutschlandweite Filmtournee von „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“ gestartet. Der Dokumentarfilm begleitet über ein Jahr zwei an Depression erkrankte Frauen und eine betroffene Familie. Bis Ende November wird der Film in über 30 Städten bundesweit zu sehen sein. Allein in Bayern wird der Film in mehr als 40 Kinos gezeigt. Mit dem Filmprojekt „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“ wollen die Filmemacher Michaela Kirst und Axel Schmidt gemeinsam mit der Stiftung Deutsche Depressionshilfe über Depression aufklären und das Verständnis für die Erkrankung fördern. Jedes Jahr erkranken 5,3 Millionen Menschen in Deutschland an einer behandlungsbedürftigen Depression.

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Die Erkrankung ist unter anderem gekennzeichnet durch gedrückte Stimmung, Interessen- und Freudlosigkeit, hartnäckige Schlafstörungen und das Gefühl der Ausweglosigkeit. „Jeder Mensch kennt Sorgen, Bedrücktheit oder das Gefühl der Überforderung. Nichterkrankte vermuten oft, dass Menschen mit Depression das Gleiche erleben und mit Selbstdisziplin auch diese unerfreulichen Seiten des Lebens bewältigen können. Diese Einschätzung wird dem Zustand eines depressiv Erkrankten jedoch nicht gerecht.

Verständnis für die unterschätze Volkskrankheit Depression schaffen

Depression ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die jeden treffen kann und einer professionellen Behandlung bedarf“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. „Das Leiden eines an einer Depression erkrankten Menschen ist für außenstehende Personen nur schwer nachzuvollziehen. Der Film gibt einen Einblick, wie sich die Erkrankung anfühlt und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung. Ich würde mir wünschen, dass er Betroffene auch motiviert, sich Hilfe zu holen“, ergänzt Dr. Helmut Platzer, Vorstandsvorsitzender der AOK Bayern, die das Projekt unterstützt.

ergänzender Informationsfilm und Webseite beantworten wichtige Fragen zur Erkrankung

Der Dokumentarfilm „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“ ist auch auf DVD erhältlich. Ergänzend kommt ein Informationsfilm zum Thema Depression hinzu. Er greift Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm auf und lässt führende Experten auf dem Gebiet der Depression zu Wort kommen. In acht Kapiteln werden die wichtigsten Fragen zu Symptomen, Ursachen und Behandlung beantwortet. Angehörige erhalten in einem entsprechenden Kapitel hilfreiche Informationen zum Umgang mit depressiv erkrankten Familienmitgliedern oder Freunden. Ebenso werden die Themen Depression am Arbeitsplatz und Möglichkeiten der Rückfallprophylaxe angesprochen.

Beide Filme sind ab sofort über die Deutsche Depressionshilfe auf DVD (23,40 Euro zzgl. Porto) erhältlich.

Anfang 2018 geht die interaktive Webseite zum Film an den Start. Betroffene und Angehörige können in eigenen Statements über ihre Erfahrungen mit der Depression berichten und der Erkrankung so eine Stimme geben. Damit soll ein offener Umgang mit der Depression gefördert und gleichzeitig auch Menschen, die direkt oder indirekt betroffen sind, beteiligt werden. (aok/deutsche depressionshilfe/betriebundarzt)

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