Gesunde Führung: Was tun bei schwierigen Vorgesetzten?

Keine Angst vor schwierigen Chefs. Nicht nur das Arbeitsschutzgesetz bietet genug Instrumente für gesunde Arbeitsplatzgestaltung, zu der psychische Faktoren gehören. Ein gesundes Betriebsklima ist im Eigeninteresse des Unternehmens.

“Was tun bei psychopathischen Chefs?” heißt es in manchen Zeitungen. Ganz einfach: gelassen, sachlich und konstruktiv bleiben. Das Arbeitsschutzgesetz bietet sowohl Führungskräften als auch Mitarbeitern genug Instrumente für ein gesundheitsförderndes Miteinander im Betrieb.  

Das Internet ist voll mit guten Ratschlägen im Umgang mit “psychopathischen Chefs”. Gibt man diese Begriffe in Google ein, bietet die Suchmaschine über 83.000 Suchergebnisse. “Psychopathen im Job erkennen” bietet karrierebibel.de an. Das Online-Portal von T-Online trumpft mit “Tipps im Umgang mit psychopathischen Chefs”. Die Welt ist im Wortlaut diplomatischer und spricht von einem “schwierigen Chef”. Psychopathen im Büro, Psychopathen auf dem Chefsessel, Persönlichkeitsstörung, Manager-Typ Psychopath.

Die Trefferliste setzt sich auf diese Weise fort. Das Thema interessiert die Menschen sehr. Das ist wenig überraschend. Ein Großteil der Lebenszeit verbringen Menschen auf der Arbeit und müssen sich mit dem Vorgesetzten auseinandersetzen. Darüber hinaus haben Führungskräfte einen enormen Einfluss auf die Rahmenbedingungen im Betrieb – und auf die psychische Gesundheit der Beschäftigten, führt der Spitzenverband der DGUV – Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung in seiner Broschüre “Führung und psychische Gesundheit”.

Betriebliche Rahmenbedingungen beeinflussen Gesundheitsschutz

Führungskräfte sind nicht nur zur Motivation und Führung der Beschäftigten da. Sie tragen vor allem Verantwortung für die Gesundheit und Arbeitssicherheit der ihnen unterstellten Mitarbeiter. In der Gestaltung sicherer und gesunder Arbeitsplätze stehen die Führungskräfte nicht am Anfang der Wirkungskette. “Es wird betont, dass die Möglichkeiten, ob und wie einzelne Führungskräfte Gesundheit als Führungsaufgabe aktiv gestalten, maßgeblich von den Rahmenbedingungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Einrichtungen bestimmt werden.”, heißt es in der Broschüre explizit.

Zu dieser Verantwortung existiert eine gesetzliche Grundlage, die im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) ausformuliert ist. Paragraph 2 des Arbeitsschutzgesetzes verlangt vom Arbeitgeber Maßnahmen für menschengerechte Arbeitsgestaltung, in der psychische Faktoren ebenfalls fallen. Doch die Verantwortung lässt sich nicht auf das Top-Management eines Unternehmens abladen.

Eine Verantwortung über alle Hierarchieebenen hinweg

Vielmehr erstreckt sich “gesunde Führung” über alle Hierarchieebenen eines Unternehmens. Gleichzeitig berührt sie alle Herausforderungen von den gesetzlich festgelegten Aufgaben über formale Strukturen bis zum persönlichen Führungsverhalten von einzelnen Führungskräften.

Bestimmt gibt es in jedem Unternehmen einen psychopathischen bzw. schwierigen Chef. Die Ausführungen oben zeigen allerdings, dass sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer über viele Mittel und Instrumente verfügen, um im Unternehmen gesundheitsfördernde Arbeitsgestaltung zu realisieren.  

 

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