Inklusion: Drei Millionen Beschäftigte mit Beeinträchtigung

Am Welttag der Menschen mit Behinderung wird an die Lebens- und Arbeitssituation dieser Gruppe erinnert. Verbandsvertreter in Deutschland richten ihre Kritik an die künftige Bundesregierung und an Medien.

Am 3. Dezember wird der Welttag der Menschen mit Behinderung gefeiert. Er ist für viele Verbände und Initiativen Anlass, um für bessere Inklusion dieser Gruppe in den Arbeitsmarkt zu werben. Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV beispielsweise fordert, das Berichterstattung von Menschen mit Behinderung in den Medien zu korrigieren.

Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember äußerten sich viele Verbände und Initiativen zur Arbeitsmarktsituation dieser Gruppe kritisch. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) , Dr. Joachim Breuer, erinnerte daran, dass viele Medien über die Inklusion von Menschen mit Behinderung berichten.

 

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„Häufig stehen dabei Themen wie Behindertenpolitik, Gesundheitsthemen oder die Inklusion im Bildungswesen im Fokus,“ führte Dr. Breuer aus. „Laut einer Studie der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) findet ein Bereich dagegen bislang wenig in der Berichterstattung statt: die Inklusion der Menschen mit Behinderung am Arbeitsplatz.“

Beispiele für gelingende Inklusion im Berufsleben

Dr. Breuer zeigt sich in seinem Video-Statement verwundert über dieses Defizit in der Medienberichten. „Das ist erstaunlich, wenn man sich vergegenwärtigt, wie viele Menschen dieses Thema betrifft: Eine Million Menschen sind mit erheblichen Beeinträchtigungen auf dem Arbeitsmarkt tätig und engagieren sich für ihre Unternehmen und Institutionen.“

Insgesamt leben in Deutschland etwa drei Millionen Menschen mit erheblichen Beeinträchtigungen im erwerbsfähigen Alter. Diese Zahlen belegen eindrücklich, so der Hauptgeschäftsführer der DGUV, dass Inklusion auch die Inklusion in der Arbeitswelt betrifft. Es gäbt viele Beispiele, die zeigen, wie Inklusion im Berufsleben gelingen kann. Auch sie sollten das mediale Bild prägen, fordert Dr. Breuer die Medien auf.

„Werben für Beschäftigung behinderter Menschen reicht nicht“

Annelie Buntenbach, Vorstandmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) richtet ihre Kritik an die künftige Bundesregierung. „Die künftige Bundesregierung sollte ihre Strategie zur Gleichbehandlung behinderter Menschen dringend überdenken,“ führt sie in ihrem Statement aus. „Es reicht nicht, bei den Unternehmen für die Beschäftigung behinderter Menschen zu werben. Das wird seit Jahren getan, ohne Erfolg.“ (dguv/dgb/betriebundarzt)

BGW-STUDIE ZUR INKLUSION IN MEDIENBERICHTEN
Die detaillierten Ergebnisse der Medienstudie sind als Buch veröffentlicht: Matthias Vollbracht, „Besser als die Wirklichkeit? Berufliche Inklusion im Spiegel der Medien“, ISBN 978-3-906501-24-6. Die BGW gibt die Publikation, solange der Vorrat reicht, kostenfrei ab. Bestellanfragen nimmt sie unter der E-Mail-Adresse medienstudie@bgw-online.de entgegen.

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