Rückenschmerzen: Wie das rückenfreundliche Büro aussieht

Mit ausreichend Bewegung auch im Büro, einem häufigen Wechsel zwischen sitzen und stehen sowie ergonomisch gestalteten Arbeitsplätzen lässt sich Rückenschmerzen jedoch effektiv entgegenwirken. Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. weiß, worauf es ankommt und hat besonders rückenfreundliche Büromöbel wie Stühle, Tische und Stehpulte, Bürozubehör wie Lampen und Arbeitsplatzmatten sowie komplette Bürokonzepte mit dem AGR-Gütesiegel ausgezeichnet.

Wer den Arbeitstag am Schreibtisch verbringt, leidet nicht selten unter schmerzhaften Verspannungen und Schmerzen im Rücken. Schuld ist meist stundenlanges, starres Sitzen. Die Aktion Gesunder Rücken e.V. führt vor, wie Unternehmen rückenfreundliche Büros gestalten können – für mehr Konzentration, Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Mitarbeiter. (Quelle: Thinkstock)

Langes, starres Sitzen kann schnell zur Rückenschmerzen führen, deshalb sollte man so viel Bewegung wie möglich in seinen Arbeitsalltag integrieren. Der einfachste Weg ist häufiges Aufstehen. Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V. rät hat dazu einfache wie praktische Tipps: statt anzurufen und zu schreiben, rät AGR die Kollegen zu besuchen, um das Anliegen persönlich zu besprechen. Den Drucker nicht direkt neben dem Schreibtisch zu platzieren, hilft, häufiger aufzustehen und zu gehen. Und die Mittagspause eignet sich für einen Spaziergang.

 

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Das verbessert die Bilanz des eigenen Bewegungskontos. Was viele außerdem nicht wissen: Auch im Sitzen ist Bewegung möglich. Moderne Aktiv-Bürostühle regen durch bewegliche Sitze und Sitzflächen zu ständigen Haltungswechseln an. Dabei gilt: Je mehr dosierte Bewegung ein Bürostuhl zulässt, desto besser ist er für den Rücken. Denn durch ständige Bewegungsimpulse werden die Rückenmuskeln stetig trainiert. Das wiederum stabilisiert die Wirbelsäule und die Bandscheiben stabilisiert. Wer auch mehr Bewegung im Büro achtet, kommt in den Genuss positiver Nebeneffekte. Die Konzentration und Leistungsfähigkeit profitieren vom bewegten Sitzen.

Im Stehen erledigen statt nur sitzen

Eine weitere Möglichkeit, Bewegung in den Arbeitstag zu integrieren, sind höhenverstellbare Schreibtische. Denn auch der Wechsel zwischen sitzen und stehen entlastet den Rücken. Er beugt Fehlhaltungen und einseitigen Belastungen vor und steigert die Leistungsfähigkeit. Gerade Aufgaben wie E-Mails beantworten oder telefonieren lassen sich ebenso gut im Stehen erledigen, letzteres sogar im Gehen.

Alternativ kann ein Stehpult zum Einsatz kommen, beispielsweise für Besprechungen. Beim Stehen auf einem beweglichen Untergrund wird eine kaum spürbare Instabilität erzeugt, die den Körper zu Ausgleichsbewegungen anregt. Dieses Plus an Mikro- und Makrobewegungen fördert die Durchblutung, erhöht die Venenaktivität in den Beinen und aktivert den Stoffwechsel.

Das richtige Licht beugt Rückenschmerzen vor

Neben ausreichend Bewegung und ergonomischen Büromöbeln spielt auch das richtige Licht für die Rückengesundheit eine Rolle. Denn nicht an die Tätigkeit angepasste Beleuchtung führt nicht nur zu einer schnelleren Ermüdung der Augen, sondern auch zu Fehlhaltungen und damit zu Rückenschmerzen. Wichtigstes Merkmal rückenschonender Schreibtischleuchten sind die vielfältigen Einstellmöglichkeiten. Sowohl die Lichtintensität als auch Farbtemperaturen und Helligkeit müssen individuell anpassbar sein. Wichtig ist zudem eine gleichmäßige, blend- und schattenarme Ausleuchtung.

Die AGR hat nicht nur einzelne Büromöbel mit dem Gütesiegel zertifiziert, sondern auch gesamte Bürokonzepte. Im Zentrum des prämierten Konzepts „active office“ steht ein Bewegungsraum, der aus höhenverstellbaren Arbeitsflächen, dreidimensional beweglichen Sitzen und einer Bodenmatte mit 3D-Struktur besteht. Arbeit und Bewegung verschmelzen innerhalb dieses Bewegungsraumes miteinander. Entscheidend ist dabei, dass spontane Positionswechsel zu einem festen Bestandteil des Arbeitsprozesses werden.

Arbeitsgeräte körperzentriert anordnen

Ebenfalls AGR-zertifiziert ist das Konzept „Körperzentriert Arbeiten“ (KZA). Bei dieser Methode werden bildschirmgebundene Büroarbeitsplätze so gestaltet, dass sie den unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnissen der Mitarbeiter gerecht werden. Ziel ist dabei, dass sich die Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen und dadurch produktiver arbeiten. Grundlage des KZA ist eine Optimierung der Handlungsabläufe. Auf diese Weise sollen Ermüdungserscheinungen und Schmerzen reduziert werden. Die Hände stehen dabei im Mittelpunkt und alle Arbeitsgeräte werden körperzentriert in unmittelbarer Reichweite angeordnet.

Langes Sitzen ist nicht nur vor dem Bildschirm, sondern auch in Konferenz- und Besprechungsräumen ein Thema. Im Idealfall sollten deswegen diese Räume so ausgestattet werden, dass Wechselhaltungen spontan entstehen können und Bewegung eingefordert wird. Dies fördert die Rückengesundheit sowie die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit. (agr/betriebundarzt)

 

 

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