Telemedizin: Wohnzimmer statt Wartezimmer?

Ersetzt Telemedizin den persönlichen Besuch beim Arzt? Was lange Zeit Zukunftsmusik war, wird allmählich Realität.

Warum sollte man sich durch volle Straßen und in ebenso volle Wartezimmer plagen, wenn ein Untersuchungsergebnis bequem vom heimischen Wohnzimmer aus besprochen werden kann. Das ist das Versprechen der Telemedizin, die in naher Zukunft in Deutschland Realität werden soll.

Neu ist die Idee der Telesprechstunde nicht, klingt für viele immer noch wie Zukunftsmusik. Das wird aller Vorzeichen nach sich bald ändern. Erste Krankenkassen beginnen, „Video-Sprechstunden“ in ihren Leistungskatalog aufzunehmen. Ein bekanntes Beispiel stellt die Techniker Krankenkasse (TK). Ab dem 1. Oktober 2017 können Patienten die Online-Videokommunikation mit Hals-Nasen-Ohren-Ärzten des HNOnet NRW in Anspruch nehmen.

Die Videosprechstunde mit dem Hausarzt war schon vorher möglich. „Dank der modernen Technik müssen große Entfernungen, Stau oder Parkplatzsuche einer optimalen medizinischen Versorgung nicht mehr im Wege stehen. Um die Ergebnisse eines Allergie- oder Hörtests zu besprechen, ist der Weg in die Praxis überflüssig“, so die Plattform eHealth.com.

Die Medizin auf dem Weg ins 21. Jahrhundert

Mit Hilfe der Telemedizin wird das medizinische Expertenwissen nun ins Wohnzimmer der Patienten geholt. Ein Arzt beantwortet live am Bildschirm Fragen. Neben der technischen Qualität wird Datenschutz ein zentrales Thema sein. Individuelle Termine werden vergeben, zu denen man sich mit Passwort und TAN persönlich einloggen muss. Ein technisches Verfahren, das dem Durchschnittsbürger von Online-Banking bekannt ist.

Bei so viel Zukunftsmusik in der Medizinbranche wundert es nicht, dass auch Startups und Investoren aufmerksam werden. Dass zunehmend regulatorische Hürden fallen, macht den Markt zusätzlich interessant. Ebenso gibt es in der Apotheken-Welt Neuigkeiten: Das niederländische Unternehmen Doc Morris plant die ersten Automatenapotheken mit Video-Beratung, wo online bestellte Medikamente abgeholt werden können.

1 Kommentar

  1. Das ist doch mal eine gute Nachricht. Echter Fortschritt dient immer dem Menschen. Fortschrittsverhinderung ist Verweigerung von Hilfe.

    Ganz nebenbei: SO geht Verkehrsberuhigung, liebe Grün*_Innen, SO geht Kostendämpfung, liebe Kassenfunktionäre, SO geht effiziente SPRECHstunde, liebe Ärztefunktionäre.

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