Betrieb: Was ist der Unterschied zwischen BGM und BGF?

BGM und BGF - zwei Abkürzung die zueinander gehören und trotzdem unterschiedliche Bedeutungen haben. Während BGM eine ganzheitliche Maßnahme ist, bietet BGF Inhalte zur Gesundheitsförderung.

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) kennt fast jeder. Seine kleine Schwester, die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist weitgehend unbekannt. Dabei funktionieren BGM und BGF Hand in Hand.

Arbeit macht gesund. Sie fördert die Zufriedenheit, das Selbstwertgefühl und die persönliche Entwicklung der Beschäftigten. Damit nicht genug: Arbeit sichert die finanzielle Existenz und gibt den Menschen damit Sicherheit und Halt. Sie schafft soziale Beziehungen und ermöglicht Anerkennung für die geleistete Arbeit und für die eigene Person. Dies bestätigen zahlreiche Studien. Demnach weisen Berufstätige einen besseren Gesundheitszustand auf als Arbeitslose.

Arbeit kann andererseits die Gesundheit der Beschäftigten einschränken. Eine Tätigkeit bringt Belastungen mit sich, die auf die Gesundheit einwirken. Im modernen Arbeitsleben ist es weniger die kraftraubende Körperarbeit. Einer Untersuchung des Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) zufolge sind die größten Belastungsfaktoren heute ständige Aufmerksamkeit und Konzentration, Termin- und Leistungsdruck sowie hohes Tempo und Lärm.

Gesundheitsressourcen aufbauen

Arbeit ist damit beides: Quelle von Zufriedenheit und Belastung zugleich. Unternehmen sind gefordert, einerseits Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz zu reduzieren, andererseits gesundheitsfördernde Maßnahmen anzubieten. Hier gehen betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) Hand in Hand. Beide zielen ab, Gesundheitsressourcen im Betrieb auf- und auszubauen – auf unterschiedlichem Wege.

Das betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) bezieht sich auf die Prozesse, Kultur und Führung im Unternehmen ab. Auf diese Weise schafft es Belastungen in der Arbeitsumgebung und am Arbeitsplatz der Beschäftigten ab. Durch Fortbildung von Führungskräften zu Themen wie “gesunde Führung”, Maßnahmen wie externe Mitarbeiterbetreuung EAP oder Angeboten zur Konfliktlösungen schafft ein Unternehmen das Fundament, Belastungsfaktoren anzusprechen und abzuschaffen. Damit ist BGM eine Management-Aufgabe (pdf).  

Lebens- und Arbeitsalltag strukturieren

Die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) bezieht sich direkt auf das Verhalten der Beschäftigten. Die BGF hilft den Beschäftigten, ihren Lebens- und Arbeitsalltag im Sinne ihrer Gesundheit zu strukturieren. Die Maßnahmen reichen von Obstkörbe und kostenlosen Getränken bis zu Sport- und Familienveranstaltungen.

Beliebt sind zurzeit “Firmen-Läufe”. Betriebe stellen ein Team zusammen, die gegen andere Betriebsmannschaften antreten. Nicht der Wettbewerb zu anderen Mannschaften steht dabei im Vordergrund sondern die Freude an der Bewegung. Einige Betriebe bereiten sich ganzjährig auf die Laufveranstaltung vor. Sie engagieren Lauftrainer oder ausgewählte Mitarbeiter lassen sich zum Lauftrainer ausbilden. Aus dem eintägigen Sportereignis wird ein Maßnahmenpaket, der die Beschäftigten über eine lange Zeit – im wahrsten Sinne des Wortes – in Bewegung hält.

Ganzheitlichkeit trifft auf Inhalt – BGM und BGF

Ein anderes Beispiel ist der Tischfußball, der als “Kicker” besser bekannt ist. Immer mehr Startups und wissensintensive Betriebe wie Beratungsfirmen bieten ihren Beschäftigten einen Kickertisch an. In manchen Betrieben ist aus der kurzweiligen Beschäftigung echter Betriebssport geworden. Erst kürzlich haben an einem Betriebsturnier 1.747 Tischfußballer aus Betriebsmannschaften teilgenommen und damit einen Teilnehmer-Rekord erzielt.  

Dieser Unterschied zwischen BGM und BGF ist wichtig. Es kommt vor, dass BGF-Aktivitäten mit BGM verwechselt werden. Das betriebliche Gesundheitsmanagement ist eine nachhaltige und ganzheitliche Maßnahme. Die betriebliche Gesundheitsförderung bietet Inhalte und Methoden an, die auf das Verhalten der Beschäftigten abzielt.

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