Süßlupine: Das neue vegane Trend-Getränk für Sportler?

Forschern des Fraunhofer Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) ist es gelungen, den Samen der Süßlupine für ein proteinreiches Getränk zu verwenden. Kommt aus deutschen Forschungslaboren das nächste Trend-Getränk?

Eine heimische Zierpflanze, die man sonst bei Spaziergängen übersieht, hat das Potenzial das nächste Trend-Getränk zu sein. Er ist gesund, ökologisch und vegan: die Süßlupine. 

Die Welt hat viele Trend-Getränke gesehen: während taurin- und koffeinhaltige Wachmacher längst etabliert sind, stehen andere Getränke Schlange, um sich als neue Trendsetter zu empfehlen. Getränke mit Kokosmilch, Matcha oder süß-sauren Früchten aus Asien gehören zu den heißen Kandidaten. Der Lifestyle-Blog für Getränke “uniquedrinks” sieht im Turmeric-Tonic den Trendsetter des Jahres – eine mit Kurkuma gewürzte Limonade.

Ein anderer heißer Kandidat für das nächste Trend-Getränk kommt aus deutschen Forschungslaboren in Zusammenarbeit mit Getränkeherstellern und Brauereien. Erstmals ist Forschern des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) gelungen, die Lupinensamen als Grundlage für ein proteinhaltiges Getränk mit erfrischend-säuerlichem Geschmack zu verwenden. Die Forschenden hatten bei ihrem Vorhaben einige Hürden zu überwinden. Denn Proteine sind in der Regel nicht im sauren pH-Bereich löslich. Die Lupine macht hier eine Ausnahme.

Nicht schwieriger als Bier brauen

Das Lupinen-Getränk ist ein gutes Beispiel für die Arbeitsweise des Fraunhofer IVV. „Wir entwickeln und optimieren Herstellungsverfahren, bei denen traditionelle Methoden mit neuen Inhaltsstoffen kombiniert werden. Auf diese Weise entstehen neue, gesunde und nachhaltige Nahrungsmittel“, erklärt Raffael Osen, Projektleiter am Fraunhofer IVV. Der Herstellungsprozess ähnelt dem Bierbrauen und nutzt Apparate wie Maischpfanne, Läuterbottich oder Gärtank, über die jede Brauerei verfügt.

Große Zusatzinvestitionen sind also nicht erforderlich. „Auch kleine Brauereien haben die Möglichkeit, mit geringem ökonomischem Risiko Erfrischungsgetränke im Bereich Sport, Wellness oder Gesundheit anzubieten“, meint Dr. Caroline Fritsch, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer IVV. „Die Herstellung der Lupinen-Drinks ist letztlich nicht schwieriger als Bier brauen“, ergänzt Osen.

Bohnen und Erbens – Grundlage für nächsten Trend?

Erfrischend wie ein kühles Pils, aber reich an Protein und garantiert alkoholfrei – wer gerade vom Sport zurückkommt, holt sich mit dem Lupinen-Drink ein stärkendes, kalorienarmes und wohlschmeckendes Getränk aus dem Kühlschrank. Vergleichbar einem kühlen Molkegetränk, das mit Kohlensäure versetzt ist, aber auf pflanzlicher Basis also laktosefrei und vegan. Auch ökologiebewusste Verbraucher können guten Gewissens zum Lupinen-Drink greifen, denn die pflanzlichen Grundstoffe stammen aus regionalem Anbau.

Die Süßlupine ist nicht die einzige Pflanze, auf die Fraunhofer-Forscher und -Forscherinnen ihre Aufmerksamkeit richten. Auch andere Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Erbsen könnten als Grundlage für gesunde und proteinhaltige Getränke dienen. Die Herstellungsverfahren müssen dazu nur leicht angepasst werden. „Der Prozess ist jetzt gut etabliert. Wir versuchen im nächsten Schritt die Verfahren auf andere Rohstoffe anzuwenden, um eine größere Produktvielfalt zu erreichen“, meint Projektleiter Osen. „Gerade regionale proteinreiche Pflanzen wie Erbsen oder Bohnen haben großes Potenzial.“

Förderung durch Wirtschaftsministerium und Allianz Industrie Forschung

Als Industriepartner haben die Unternehmen Wild und Döhler ihr Know-how beigesteuert. Das Heidelberger Unternehmen Wild, ein Spezialist für Getränkegrundstoffe, hat auf Basis des Lupinen-Extrakts bereits ein Fruchtgetränk mit Mango- und Apfelgeschmack produziert. Die Firma Döhler hat das Projekt durch fachliche Beratung sowie Analyse der Zwischen- und Endprodukte unterstützt. Auch regionale Brauereien wie das Riedenburger Brauhaus und Neumarkter Lammsbräu haben das Projekt mit ihrer Expertise begleitet. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie von der Allianz Industrie Forschung.

Aber Achtung

Wer nun auf die Idee kommt, beim sommerlichen Spaziergang versuchsweise an einer Süßlupine zu naschen, der sei gewarnt. Wild wachsende Lupinen enthalten giftige Bitterstoffe und sind insbesondere für Allergiker gefährlich. Da ist es besser, noch etwas zu warten, bis der erste Lupinen-Drink aus der lokalen Brauerei beim Getränkehändler steht. (fraunhofer/betriebundarzt)

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